Das diesjährige Qualitätsmanagementsymposium der Automobilindustrie fand vom 04. bis 05. Mai 2017 in Frankfurt statt. Zentrale Themen waren die aktuellen Planungen zum Abschluss der Überarbeitung und zur Veröffentlichung der VDA-6.X Bände sowie die Veröffentlichung der IATF 16949.
 
Eröffnet wurde die Vortragsrunde am ersten Tag mit der Begrüßung und einem Überblick über die aktuellen Tätigkeiten des VDA-QMC durch den Leiter des Instituts. Auf vielfachen Wunsch der Teilnehmer bei zurückliegenden QM-Symposien wurden Zahlen und Daten zu folgenden Themen vorgestellt:
- aktuelle Aufgabengebiete des Qualitätsmanagement-Ausschusses QMA und seiner Arbeitskreise
- Status der Ausarbeitungen in den Arbeitskreisen (Seit kurzem besteht die Möglichkeit, auf der Website des VDA-QMC eine aktuelle Übersicht der laufenden Arbeitskreise sowie des aktuellen Status der Veröffentlichung von Gelb- und Rotdrucken nachzulesen.)
- Verkaufszahlen der VDA-Bände und Teilnehmerzahlen der Seminare des VDA-QMC und seiner Lizenzpartner
 
Der diesjährige Kooperationspartner des Symposiums, die Continental AG, stellte wesentliche Aspekte seines Qualitätsmanagementsystems sowie die aktuellen Herausforderungen bei dessen Weiterentwicklung vor. Eine wesentliche Herausforderung besteht für den Automobilzulieferer demnach in der Bewältigung der durch viele Zukäufe von Unternehmen in der jüngeren Vergangenheit entstandenen Regelungsvielfalt im Konzern. Hierzu soll ein sogenanntes „House of Rules“ helfen, um die für alle 427 Standorte in 56 Ländern innerhalb des Konzern gültigen zentralen Vorgaben und Regelungen transparent und steuerbar zu machen.
 
Bei der Vorstellung des „neuen“ QM-Standards IATF 16949 als Nachfolger der ISO/TS 16949 wurde u.a. deutlich, dass die Umsetzung der teilweise umfangreichen neuen Anforderungen in dem hierfür vorgegebenen Zeitkorridor eine echte Herausforderung für die Anwender darstellt.
 
Im Zuge der Umstellung und Überarbeitung der VDA 6.X-Bände unter Berücksichtigung der Anforderungen aus ISO 9001:2015 wurden im Rahmen des Symposiums die wesentlichen Änderungen sowie der Status der Veröffentlichung vorgestellt. Der VDA-Band 6.4 für Produktionsmittellieferanten soll wie der VDA-Band 6.2 im Mai 2017 als Rotdruck veröffentlicht werden. Die Umstellung auf den neuen VDA-Band muss bis zum Ende der Übergangsfrist der ISO 9001:2015, also bis spätestens 14.09.2018, erfolgen. Der überarbeitete VDA-Band 6.4 wird folgende wesentliche Änderungen berücksichtigen:
- Übernahme der Struktur der ISO 9001:2015
- Integration der bestehenden SIs
- Präzisierung und/oder Anhebung bisheriger Anforderungen
- Aufnahme neuer branchenspezifischer Zusatzanforderungen für die Produktionsmittelindustrie
- Aufnahme der Kompetenzanforderungen für 1st/2nd-party Auditoren
- Die QM-Systembeurteilung nach den sogenannten Standardprozessen entfällt.
 
Ein wesentliches Projekt innerhalb der Arbeitskreise des QMA bildet die FMEA-Harmonisierung. Ziel dieses Projekts ist die Herausgabe eines zwischen VDA und dem amerikanischen Pendant AIAG abgestimmten Standards für die FMEA. Der entsprechende Gelbdruck soll im September 2017, der Rotdruck dann im Februar 2018 erscheinen.
 
Der zweite Tag des diesjährigen Symposiums stand ganz im Zeichen der Aktivitäten in den QM-Arbeitskreisen. So wurde in insgesamt 6 Vorträgen über den Stand der aktuell in den QM-Arbeitskreisen bearbeiteten Themen berichtet und diskutiert:
- AK 8D: Die neuen Fehlerursachenkategorien und ihre Berücksichtigung in QDX V2.1, VDA-Band 7 und VDA-Band 4
- Rolle der Qualitätsbereiche beim vernetzten automatisierten Fahren
- AK LL: Lessons Learned – Definition, Anforderungen und Anwendungstipps
- AK PSB: Produktsicherheit und Gewährleistung, Anforderungen Produktsicherheitsbeauftragte und Schnittstellen
- AK Rückrufmanagement: Produktsicherheit und -konformität in der automobilen Lieferkette
- AK STAF: Schadteilanalyse Feld, Erneuerung und Erweiterung
- AK 16: Bewertung anmutungsabhängiger Teile gemäß VDA-Band 16
 
 
 
 
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