Am 23. und 24. September fand inzwischen zum siebten Mal der gemeinsame Qualitätskongress der Deutschen Gesellschaft für medizinische Rehabilitation DEGEMED und des Fachverbands Sucht FVS statt. Bereits zum vierten Mal wurden dafür die Räumlichkeiten der Urania Berlin genutzt. Die inhaltlichen Schwerpunkte der Veranstaltung waren die Auswahl und Einführung von papierlosen QM-Dokumentationssystemen, das Thema Datenschutz sowie die Maßnahmen zum Qualitätsmanagement der Deutschen Rentenversicherung Bund.
 
Der Kongress und seine Inhalte waren vor allem an Qualitätsmanagerinnen und Qualitätsmanager der Rehabilitationseinrichtungen adressiert. Jedoch nutzten, wie bereits in den vergangenen Jahren, auch zahlreiche Einrichtungsleitungen und Ärztliche Leitungen die Möglichkeit, sich aktuell rund um das Thema Qualitätsmanagement zu informieren. Das Ausstellerforum wurde unter anderem von den Vertretern der von DEGEMED und FVS anerkannten Zertifizierungsstellen, darunter EQ ZERT, gestaltet. Über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzten die Möglichkeit, Fachinformationen zu sammeln und sich im Rahmen des Ausstellerforums und bei der gemeinsamen Abendveranstaltung aktuell zu informieren und fachlich auszutauschen.
 
Zum Thema Datenschutz in Reha-Einrichtungen wurden gut ein Jahr nach Inkrafttreten der DSGVO die wesentlichen Pflichten einer Einrichtung sowie mögliche Konsequenzen bei Nichteinhaltung aufgezeigt. Sehr anschaulich wurde dabei vermittelt, in welchem fast undurchschaubaren Dschungel an Paragraphen sich die Einrichtungen bewegen und zurechtfinden müssen. Deutlich wurde aber auch, dass es sich bei der Umsetzung der DSGVO nicht um eine zeitlich begrenzte Maßnahme, sondern um eine Daueraufgabe handelt.
 
Möglichkeiten der Auswahl und Einführung von papierlosen QM-Dokumentationssystemen wurden in drei Vorträgen anschaulich dargestellt. Zwei Lösungen setzen dabei auf die Anwendung einer gekauften Software, ein weiterer Lösungsansatz verfolgt das Ziel, ohne dezidierte Softwareunterstützung ein praxistaugliches Dokumentationssystem einzuführen. Bei beiden Ansätzen stand im Vordergrund, eine Lösung zu entwickeln, die von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern akzeptiert wird, sich an deren Bedürfnissen orientiert und dabei eine maximale Transparenz schafft.
 
Alle Redner betonten die Wichtigkeit, die Bedürfnisse der Anwender systematisch zu ermitteln und die Einführung des Dokumentensystems systematisch zu planen. Auch wurde ohne Umschweife aufgezeigt, dass ein Zeitraum von einem Jahr zwar ausreichen kann, um das System zu implementieren, jedoch danach nochmals mindestens der gleiche Zeitraum notwendig ist, um das erforderliche Feintuning vorzunehmen. So konnte am Ende festgestellt werden, dass der größte Unterschied zwischen den beiden Lösungsansätzen darin bestand, dass zusätzliche Kosten für die Anschaffung der Software anfallen. Bei allen drei vorgestellten Projekten war aber am Ende auch klar, dass die Vorteile und der Nutzen des papierlosen und EDV-gestützten Systems den dafür geleisteten Aufwand deutlich überwogen.
 
Zu den aktuellen Maßnahmen zum Qualitätsmanagement der Deutschen Rentenversicherung Bund wurden ein Projektbericht zum strukturierten Qualitätsdialog sowie die Entwicklungen und Folgen der Risikoadjustierung im Zusammenhang mit der Patientenbefragung vorgestellt. Der Projektbericht zum strukturierten Qualitätsdialog (SQD) stellte den Weg zum SQD, den Nutzen im Qualitätsverbesserungsprozess auf der Grundlage der Rückmeldung fachabteilungsbezogener Qualitätsergebnisse sowie die möglichen Konsequenzen für die Belegung der Einrichtungen bei einem nicht erfolgreichen SQD in den Vordergrund. Der Vortrag zur Risikoadjustierung zeigte auf, dass es sich hierbei um ein sehr komplexes Themenfeld handelt, bei dem sehr viele unterschiedliche Adjustierungsvariablen zu berücksichtigen sind. Dabei wurde deutlich, dass ohne diese Anpassungsmaßnahmen bei der Datenerhebung und -auswertung zur Patientenbefragung aber keine fairen Einrichtungs- bzw. Fachabteilungsvergleiche möglich sind.
 
Zum Abschluss der Veranstaltung gab es noch einen Blick auf das weite Feld des Public Reporting, das für die Einrichtungen im Gesundheitswesen große Chancen, jedoch auch sehr viele Gefahren zu bieten hat. Passend zum Thema Public Reporting wurden dann noch die aktuellen Weiterentwicklungen am Qualitätskompass von DEGEMED und FVS vorgestellt.
 
Der Qualitäts-Kongress von DEGEMED und FVS wurde von allen Seiten wieder als sinnvolle und aktuelle Plattform für den fachlichen Austausch von Qualitätsmanagerinnen und Qualitätsmanagern bewertet.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Foto: ©iStockphotos.com/rclassenlayouts
 

 

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